Als ich im Walde mal frohlockend unterm Baume saß
Und schon seit gutweg fünf Minuten in meim Hesse las
Der grad mal wieder einen Hymnus auf die Erde sang
Was in der Pampa unterm Baume gar nicht übel klang
Da kam sie wie vom Schicksal hergeblasen auf mich zugelaufen
Ich nahm das Schicksal an und tat sie Ursel taufen

Als ich das Buch verstaut und Ursel fest im Blicke hatte
Da stund ich langsam auf und richtete die Hängematte
Die hatt ich lediglich dabei wegen dem Reim
Ansonsten laß ich dieses Teil lieber daheim
Na jedenfalls war ich gerichtet und die Ursel im Blick
Alles was kommen mochte machte nun allein das Geschick

Zunächst blieb Ursel ziemlich lang an Ort und Stelle stehn
Schien nur gemächlich ab und an den müden Kopf zu drehn
Was sicherlich mit an dem oberkrassen Sonnenschein gelegen hat
Muss man ihr lassen denn selbst ich mit schickem Sonnenhut war platt
Na jedenfalls war ich schon kurz davor mich hinzulegen
Da fing die Ursel plötzlich an sich zu bewegen!

Das kam so völlig aus dem Nichts und war so Schlag auf Schlag
Dass ich am Herzkasper gar schier darniederlag
Da war kaum Zeit sich ordentlich zu fassen
Da war die Ursel schon dabei mein Blickfeld zu verlassen
Und schon begann die wilde Hetzjagd der Ursel hinterher
Im affenzacken hoch und runter kreuz und quer

Zuerst ging’s lustig mitten in den Wald hinein
War zwar gruslig, war ja aber nicht allein
Zusammen mit der Ursel gings über Stock und Stein
Doch dass sich plötzlich alles reimt muss eigentlich nicht sein
Drum hier beim Schlussvers nochmal eine Variante:
Die Ursel und ich auf unserm Weg ins Unbekannte

Wir zwei also schon gute fünf Meter gelaufen
Sie am Boden auf sechs Beinen, ich da oben schwer am Schnaufen
Denn halber knieend musst ich laufen, sonst war die Ursel kaum zu sehn
Muss man mir wirklich abkaufen, es ist kaum möglich so zu gehn
Doch tat ich’s mit der angemessenen Würde
Und plötzlich war sie da, die erste Hürde

Die Ursel schien ganz offensichtlich auf einen Baum zu wollen
Und mir war nicht ganz klar was wir da oben sollen
Drum wollte ich mit ihr ne Diskussion anfangen
Doch sie war schon dabei am unterm Stamm zu hangen
Die ersten Wolken zogen auf, das Wetter wurde schlecht
Ich meine bildlich in unsrer Beziehung, nicht in echt

Und während Ursel grade frech den ersten Meter schaffte
Und echt kein bisschen was von meinem jenseits Unmut raffte
Da stieg in mir der Zorn gar mächtiglich nach oben
Und während Ursel hochstieg war ich bereits am Toben
Als sie auf Augenhöhe war schien mir’s als lachte sie keck
Drum blies ich dieses Luder schlicht vom Baume weg

So nen zwei Meter Sturz wird so ein Viech schon überleben
Sprach ich mir selber zu, doch war ich schon am Beben
Was hatte ich getan? Wo war sie hin? Was tun auf die Schnelle?
In Panik durchwurstelte ich die mögliche Absturzstelle
Doch besann ich mich, stund auf und zentrierte meine Augen
Fixierte, konzentrierte und tat die ganze Stelle in mich saugen

Da war sie! Halleluja! Ich hatte sie entdeckt
Unter einem Blatte hatte sie sich versteckt
Schien unversehrt an Leib und Seele, welch ein Glück
Und Halleluja! Ging nicht noch mal zum Baum zurück
Nichts war mehr im Weg für unser jenseits Abenteuer
Die Ursel und ich im Kampf gegen Ungeheuer

Die Ursel und ich inmitten Sträuchern und Gestrüpp
Die Ursel und ich auf einem dschungelhaften Trip
Die Ursel am Boden kriechend, die Ursel am Grashalm hangend
Die Ursel am Stein besteigen und ich um die Ursel bangend
Die Ursel und ich in einem Film ohne Makel
Die Ursel und ich, was ein Höllen-Spektakel

Und dann die Wildbach-Action, unvergesslich
Die Wogen tobten und der Wind war grässlich
Die Ursel auf dem Ahornblatt in Not und Mühen
Und ich in Turbulenzen sie am Rüberziehen
Die Ursel war dem Tod so hammernah
Es fehlte nur die Wegwerfspaßkamera

Doch plötzlich kam ein gottverdammter Wanderer gegangen
Und ich stund da wie angewurzelt und war sozial befangen
Dumm grüßen tat das Sackgesicht, ich rührte mich kein Haar
Es dauerte eine Ewigkeit bis er vorüber war
Ich rührte mich noch immer nicht vom Fleck
Denn jetzt war es passiert, die Ursel war weg

Ein Suchen war zwecklos und Rufen erst recht
Die Chance auf ein Finden stand hundsgrottenschlecht
Die mögliche Richtung war zwar zu erahnen
Doch nicht drin den Weg hin zur Ursel zu bahnen
Ich ging stattdessen lieber, man kann’s mir kaum verübeln
In die Richtung gegenüber, um den Wandrer zu vermöbeln