Man nehme einmal an, es gäbe acht Milliarden Seelen. Und die düsen seit Anbeginn der Zeit in Form von Schnuppen durchs Universum, ohne viel von sich zu wissen. Und eine dieser Seelen, wir wollen sie die Erste Seele nennen, kommt bei einem ihrer Streifzüge zufällig an der Erde vorbei, sagen wir vor so Stucker ein paar tausend Jahren, sieht einen Homo erectus im Omo-Tal an einer Pappel herumkraxeln und denkt sich:“Ha da schau ’mer mal rein!“. Und wie die Erste Seele, während alle andern noch als Schnuppen durchs All gondeln, im Ersten Menschen heimisch wird und sich über die kreuzdummen Blicke seiner affischen Artgenossen wundert, denkt sich Gott, der nämlich auch schon da ist:“Jo mei! Gar nicht dumm, die Idee!“ und übernimmt die Geschäfte. Der Planet Erde also voller quirligem Leben und mittendrin eine betrachtende Seele mit jeder Menge zum Betrachten drumherum, nehme man also an. Dann ließen sich nämlich nicht nur superlustige Schlussfolgerungen ziehen, die alle noch folgen werden, vielmehr könnte man damit nichts Geringeres als die…aber der Reihe nach.

Dem Homo im Omo-Tal wird natürlich schnell langweilig, nein! natürlich nicht! Was gibt’s da nicht alles zu gucken und zu glotzen im reinsten Garten Eden! Aber Gott weiß noch nichts von der völligen Genügsamkeit der Seelen, denkt sich:“Jo mei! Der arme Wurm ist ja völlig vereinsamt!“ und schickt eine zweite Schnuppe, die wir die Zweite Seele nennen wollen, runter auf Erden. Und da es alles Leben auf Erden auch nicht anders macht, war’s eine Schnuppe mit rosa Schweif, was, wollen wir annehmen, immer zu einem weiblichen Homo führt. Die beiden Homos also, von Gott natürlich weise eingerichtet nicht zu weit entfernt von einander aufgewachsen, treffen im richtigen Alter mit ihren jeweiligen Affenhorden aufeinander und verlieben sich schlagartig bis zur Verzweiflung und ja genau! alle ihre Nachkommen waren automatisch mal eine Schnuppe, die nichts davon wusste, und schon hat man nichts weniger als…aber der Reihe nach.

Die Erste und die Zweite Seele, wir wollen sie vielleicht besser den Ersten und den Zweiten Menschen nennen, unsere beiden Halbaffen also natürlich ganz anders ineinander verliebt als all ihre Kollegen, was eben eine Seele auch ausmacht, selbst wenn sie noch eine Schnuppe ist, auch wenn’s ihr dann noch Schnuppe ist. So wird dann schon mal vom Ersten Menschen, den wir wohl besser den Ersten Mann nennen wollen, ein Blümchen gepflückt und seiner Partnerin, also der Ersten Frau, ganz unvermittelt auf den Lieblingsbaumstrunk gelegt. Da geht dann schon mal einer für den andern Nüsse holen. Da fliegen dann schon auch mal die Fetzen, und die sind ganz anders als die von den andern Halbaffen. Und da wird auch zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte eine Höhle gefegt, weil die Erste Frau, wir wollen sie Eva nennen, sich denkt, das gäb für ihn, nämlich Adam, ein Grund zum Gaudium, wenn er vom Dugduglynchen nach Hause kömmt. Weil’s ihm aber nicht einmal auffiel, gab’s in der Geschichte der Menschheit verwickelte Folgen zu dem Thema, aber das ist nicht nur eine andere Geschichte, sondern auch verwickelt, drum zurück zum Thema: Adam und Eva also, die wir vielleicht besser Deukalion und Pyrrha nennen wollen, damit’s neutraler klingt, schon so richtig am Häuslich werden, ja und grad da kommt der Erste Balg!

Schnuppe Nummer drei also aus dem All runter in den Dritten Menschen rein und die Erde somit schon ordentlich bevölkert. Wir wollen ihn Omo nennen, wie das Tal, nicht wie das dort ebenfalls weitverbreitete Waschmittel. Und Omo, weil ja schon von Kindesbeinen an beseelt, ganz im Gegensatz zu Mammi und Pappi, hat aber mal so was von einer kindlichen Freude am beseelt sein, dass seine beiden Eltern, wir wollen sie Dodu und Ilma nennen, aber schier nicht mehr mit dem Beerenpflücken zu Rande kommen, weil Omo aber mal so was von umtriebig ist. Kaum von der einen Giraffe unten, schon auf dem nächsten Nilpferd drauf, gerade den einen Knochen aus der Goschen gezogen, schon am nächsten Molch am Lutschen, und so immer fort, über Stock und Stein, Haut und Haar, Baum und Ast, Wald und Flur und Dodu und Ilma mit wildem Gezeter hinterher, und Gott mit amüsierten Blicken. Der Dritte Mensch war bereits nach wenigen Tagen im ganzen Omo-Tal bekannt wie ein buntes Gnu und die Tierwelt bemerkte bereits bei der dritten Schnuppe die Neigung des Menschen zum übertriebenen Sichbreitmachen, denn wahrlich! Omo war überall! Omo war aber auch süß! War zu diesen Tagen noch ein reines Amüsemeng für die Tiere, fanden’s putzig statt bedrohlich, niedlich statt fatal, konnt ja auch kein Tierschädel erahnen, was sich draus entwickeln…aber der Reihe nach.

Es ist jammerschad drum, aber auch der süße kleine Omo, wie jeder andere Homo vor und nach ihm, entwuchs irgendwann seinen Geckosandälchen und ward so was wie ein Mann. Diesmal aber der Zweite statt der Dritte. Und weil noch keine vierte Schnuppe gelandet war, musste sich Omo seine Partnerin, weil darum geht’s, unterm hiesigen Affenvolk auswählen, was Äußerlich zwar keinen, aber Innerlich doch auch wieder keinen besonders großen Unterschied ausmachte, denn wir wollen den Ball mal flachhalten, ein Vollblutgenie war Omo noch keineswegs. Wir befinden uns beim dritten Menschen. Ball flachhalten. Und im Übrigen hatte Tiger-Lilly, so wollen wir seine Auserkorene nennen, ganz andere Qualitäten, die aber keine große Rolle spielen, es sei denn man interessiert sich für haarige Dugdugeintöpfe. Nun zum Ersten Date: Wie sie sich bei der Großwildjagd zum ersten Mal über den Haufen rannten und gemeinsam ihre Knochenhalsbänder zusammensuchten, sprang gleich der Funke über, welcher zu diesen Zeiten noch von unermesslicher Bedeutung für das Überleben des ganzen Rudels war, und nunmehr waren Omo und Tiger-Lilly ein Herz und nur eine Seele. Was soll man noch über sie sagen? Nun, er soll sie bis ans traute Ende nicht ein einziges Mal bei den Haaren herbeigezogen haben, und damit ist in der Prähistorie viel gesagt. Groß war natürlich auch die Freude bei Gott oben, denn das Ding schien sich gut zu entwickeln. Nur gingen die Wirte von Dodu und Ilma so langsam vor die Dingos, waren ja auch immerhin schon aweng um die dreißig, war also nicht mehr viel zu machen, also wohin mit den Seelen Nummer eins und zwei? Wir wollen annehmen, dass es sich so verhielt: Gott war viel zu sehr mit Omo und Tiger-Lilly beschäftigt und tat drum die beiden Seelen erst mal in ihre beiden Schnuppen zurück. Und so gondelten Dodu und Ilma wieder seelenruhig durchs All, nur mit dem Unterschied, etwas von sich zu wissen, nur halt eben schal, weil prähistorisch, aber doch auch schön, weil Garten Eden doch auch eine gemächliche Erfahrung. Zurück zu Omo und Tiger-Lilly.

Da war das Geheul groß, als Omo seine Eltern ins gebräuchliche Leichenloch schubsen musste, Tiger-Lilly wusst’ gar nicht, wie trösten! Tränen gab es auch zuvor, aber nie so von innen heraus. War nur gut, dass Tiger-Lilly gerade einen dicken Bauch hatte und die Zeichen auf Ablenkung standen. Wir wollen uns noch kurz der Vierten Seele, einem Mädchen namens Java widmen, bevor wir einen jenseits Zeitsprung hinlegen, wobei wir stimmige Zahlen anhand einer uns übernehmenden Gleichung vorberechnen und präsentieren wollen, wodurch uns jetzt schon die Köpfe rauchen und wir uns doch vielleicht auch ein bisschen länger bei Java aufhalten werden: Java war ein liebes Mädchen. Sie war fleißig beim Lausen, brav bei den Kebsweibern und unersetzlich beim Made-mittels-Strohhalm-aussem-Astloch-Rausfummeln. Sie tat aber auch Dinge, die sonst keiner tat. Zum Exempel bestieg sie einmal einen blühenden Baum, rupfte die Blüten aus und ließ sie wahllos nach unten segeln! Das ganze Omo-Tal hielt während dieser Prozedur den Atem an! Ein anderes Mal kam es sogar noch dicker: Da tat sie genau dasselbe, nur dass sie diesmal die Blüten behielt und heim zu Mama Tiger-Lilly brachte, was nicht nur diese, sondern auch Omo, Gott und zwei befreundete Affen sentimentalen Schlages erfreute. Spätestens jetzt war die Liebe auf Erden angekommen, wenn man die Tierliebe mal auslässt. Spätestens jetzt sah Gott sein Werk und bezeichnete es erstmals als selbiges. Und spätestens jetzt müssen wir an die Rechnung. …

… wenn Sie wissen wollen wie es weitergeht, dann kontaktieren Sie mich bitte oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

1 Comment

  1. eduard steinbach
    November 1, 2013

    Hai Kai!
    Habe gestern da was verwechselt,
    Christoffel und nicht Berthold heißt der Grimmelshausen,
    aber trotzdem ein lustiger Vorname.,gell.
    …deine Texte,werde ich später lesen,wenn der Kater von gestern nachlässt.

    …wenn die Seele bereit ist,sind es die Dinge auch.

    LG
    EDE