Welt verändern

February 4, 2014 | Posted in Essays | By

Wenn man losspringen will, um die Welt zu verändern, wo fängt man an? Wie fängt man an? Da gibt’s jede Menge Baustellen, also muss man erst mal drüber nachdenken, und da beginnen die Probleme, denn wir wurden im globalen Denken erzogen. Das heißt, meistens beginnen wir unsere Überlegungen weltumspannend, weil wir’s gewohnt sind, uns als Mega-Hippie-Weltgemeinschaft und Multikulti-Gesamtmenschheit zu betrachten, die ständig kurz vorm Aufbruch in neue Zeitalter steht, dabei ist’s bloß ein riesiges Mediengespinst, dass wir verkümmerten Individual-Nesthocker als wärmendes soziales Gebilde durch Bildröhren wahrnehmen, und nur die unzählbaren weltzerstörerischen Konsumprodukte werden ständig ins nächste technische Zeitalter geschickt, während die Menschen schön stillstehen und verrohen wie im Mittelalter. Zudem denken wir Weltverbesserer-Hippie-Kotzkrüken ständig, dass wir, ja gerade wir Riesenarschlöcher was tun sollten, jetzt mal irgendetwas bessern sollten, und jemand, der denkt, dass er etwas bessern kann, muss der Überzeugung sein, gut zu sein, ja im Grunde besser als die zu bessernde Sache, sonst wäre ja die Absicht allein schon behämmert, also was zur Hölle bilden wir uns ein?!

Man glaubt, helfen zu müssen, den Menschen in Afrika zum Beispiel, wenn allein die Kosten, um unsern verdepperten Arsch vor Ort zu bringen, alles übersteigt, was ein Dorf für Monate zum Überleben braucht, um dort bitteschön was eigentlich zu tun? Brunnen graben oder was? Allein die Kosten, um unsern verwöhnten Arsch dort unten unter heißer Sonne taufrisch zu halten, übersteigen völlig den Nutzen, den im Grunde genommen jeder x-beliebige sich noch so wichtig dünkende Vollhorst-Europäer mit seinem x-beliebigen noch so wissenschaftlichen Pseudo-Wissen hinunterbringen würde. Aber dieses globale Denken geht halt voll schlecht aus der Hirnschale.

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Das Märchen vom Kapitalismus

September 5, 2013 | Posted in Märchen | By

Es war einmal vor langer langer Zeit, als die Erde noch eine Grünlandschaft war und wilde Tiere noch lustig um die Häuser zogen wie heutzutage marodierende Ghettokids, da gab es ein wunderschönes Dörfchen, in ein saumäßig idyllisches Tal gebettet, von einem Flüsschen durchbrochen und von Äckern und Wäldern umgeben, von Blümlein umsprießt, von Wölkchen bedeckt und mit tollen Kühen gesegnet.

Da führte nur ein Weg hinein und kein anderer wieder heraus, so wie es Gang und Gebe war vor langer langer Zeit. Dadurch führte auch das Leben eines jeden Dorfbewohners durch Geburt in eine der Hütten hinein und am End’ auf den Friedhof auf der Seite des Dorfes ohne Weg wieder heraus, es sei denn, jemand kam bei einer größeren Exkursion im Umland ums Leben und war zu unbeliebt für die Rückführung seines Leichnams. Man sah damals noch nicht viel von der Welt, zumal es an Fernsehern mangelte, obwohl so mancher stramm einen Hügel erklomm und so manches verschwommen in der Ferne sah. … weiterlesen

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Schnuppen im All

September 5, 2013 | Posted in Erörterung | By

Man nehme einmal an, es gäbe acht Milliarden Seelen. Und die düsen seit Anbeginn der Zeit in Form von Schnuppen durchs Universum, ohne viel von sich zu wissen. Und eine dieser Seelen, wir wollen sie die Erste Seele nennen, kommt bei einem ihrer Streifzüge zufällig an der Erde vorbei, sagen wir vor so Stucker ein paar tausend Jahren, sieht einen Homo erectus im Omo-Tal an einer Pappel herumkraxeln und denkt sich:“Ha da schau ’mer mal rein!“. Und wie die Erste Seele, während alle andern noch als Schnuppen durchs All gondeln, im Ersten Menschen heimisch wird und sich über die kreuzdummen Blicke seiner affischen Artgenossen wundert, denkt sich Gott, der nämlich auch schon da ist:“Jo mei! Gar nicht dumm, die Idee!“ und übernimmt die Geschäfte. Der Planet Erde also voller quirligem Leben und mittendrin eine betrachtende Seele mit jeder Menge zum Betrachten drumherum, nehme man also an. Dann ließen sich nämlich nicht nur superlustige Schlussfolgerungen ziehen, die alle noch folgen werden, vielmehr könnte man damit nichts Geringeres als die…aber der Reihe nach. … weiterlesen

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Ursel die Waldameise

September 5, 2013 | Posted in Gedichte | By

Als ich im Walde mal frohlockend unterm Baume saß
Und schon seit gutweg fünf Minuten in meim Hesse las
Der grad mal wieder einen Hymnus auf die Erde sang
Was in der Pampa unterm Baume gar nicht übel klang
Da kam sie wie vom Schicksal hergeblasen auf mich zugelaufen
Ich nahm das Schicksal an und tat sie Ursel taufen

Als ich das Buch verstaut und Ursel fest im Blicke hatte
Da stund ich langsam auf und richtete die Hängematte
Die hatt ich lediglich dabei wegen dem Reim
Sonst lass ich dieses Teil lieber daheim
Na jedenfalls war ich gerichtet und die Ursel im Blick
Alles was kommen mochte machte nun allein das Geschick …

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